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13.05.2008
Gut besucht war das Einweihungsfest für das neue Lingmannhaus auf dem Zabelstein. Schirmherr war der Bundeswirtschaftsminister Michael Glos, der auch die Festrede hielt. Im Bild vorne Michael Glos (links) und Bürgermeister und MdL Gerhard Eck. „Der Steigerwald ist eine Schönheit, die noch im verborgenen blüht. Er wirkt auch in der Stille“, betonte der Minister, der auch die Schirmherrschaft über die Veranstaltung übernommen hatte. Dem Steigerwaldklub dankte Glos, dass er unter anderem den Steigerwald attraktiv erhalte für die Wanderer und dass er sich um das Lingmannhaus kümmere. Abschließend lud er das Helferteam, das am Bau des Lingmannhauses beteiligt war, zu einem Besuch nach Berlin ein, und Gerhard Eck, Bürgermeister von Donnersdorf und Landtagsabgeordneter, zu einem Ausflug nach München. „Die Bayerischen Staatsforsten wollen nicht im Alleingang, sondern gemeinsam mit anderen Verbänden und Vereinen den Steigerwald gestalten zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger, die die schöne Landschaft dieses herrlichen Fleckchens Erde genießen“, erläuterte Ulrich Mergner, der Leiter des Forstbetriebs Ebrach. Wie er ausführte, ist das Lingmannhaus langfristig an den Steigerwaldklub verpachtet und soll vorrangig der Kinder- und Jugendarbeit dienen und das Verständnis für Wald, Natur und Geschichte stärken. Die Neuerrichtung des baufälligen, alten, Lingmannhauses sei ein Baustein in der Konzeption der Bayerischen Staatsforsten. „Wir wollen den Zabelstein als einen Brennpunkt des sanften Tourismus im Steigerwald vorsichtig ausbauen, ohne jedoch den Charakter dieses geschichtsträchtigen Ortes zu verändern“, führte Mergner aus und wies auf die drei neuen Rundbauten hin. Außerdem informierte er darüber, dass der Forstbetrieb in den drei Jahren seit seiner Gründung rund 200 000 Euro für besondere Gemeinwohl-Funktionen ausgegeben hat. „Auf den Zabelstein entfallen davon Investitionen in Höhe von rund 140 000 Euro“, so Ulrich Mergner. Im Namen des Freistaats Bayern, des Eigentümers, dankte er Engelbert Müller, dem Vorsitzenden des Steigerwaldklub-Zweigvereins Gerolzhofen und seinen Helfern für die geleistete Arbeit, die vom Abriss des ersten Balkens bis zur Gestaltung der Einweihungsfeier reichte. Auf die Geschichte des Zabelsteins und auf das Lingmannhaus ging Vorsitzender Engelbert Müller ein. Er erläuterte, dass bereits sehr früh an diesem Punkt eine Fliehburg stand. Um 550 dürfte die Anlage in eine Burg umgewandelt worden sein. „Um 1 000 spricht man von einer vollständigen Burg. 1525 wurde sie von den Bauern zerstört. 1586 ließ sie Fürstbischof Julius Echter wieder aufbauen. 1689 fiel sie erneut einem Brand zum Opfer und wurde nicht mehr aufgebaut. Die Steine wurden abgetragen und in der Umgebung verbaut“, erklärte Müller und ging dann auf das Lingmannhaus ein. 1932 ließ es der Forstmann August Lingmann als Schutzhütte für Forstleute errichten. Nach 20 Jahren wurde es nicht mehr genutzt und verfiel. 1963 übernahm der Steigerwaldklub die Hütte. Er pachtete sie für fünf Mark und renovierte sie. Jetzt stand eine weitere, umfassende Sanierung an. Unter anderem wurden das Dach und der Fußboden erneuert. Das nötige Holz (über 70 Kubikmeter) stellte der Forstbetrieb Ebrach kostenlos zur Verfügung. 31 Helfer aus den Reihen des Steigerwaldklubs arbeiteten 4 800 Stunden ehrenamtlich. Entstanden ist ein Haus mit einem Aufenthaltsraum, einer Küche und zwei Räumen mit 25 Betten im Obergeschoss. Zum neuen Haus gratulierten dem Steigerwaldklub auch der stellvertretender Landrat des Landkreises Schweinfurt, Paul Heuler, Bürgermeister MdL Gerhard Eck, Jörg Steinhoff von der Regierung von Unterfranken, Bürgermeister Siegfried Ständecke (Michelau) und Georg Zipfel, Vorsitzender des Steigerwaldklub-Hauptvereins. Im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes segneten Dekan Josef Kraft und Pfarrer Jean-Pierre Barraud das neue Gebäude. Musikalisch gestaltet wurden der Gottesdienst und der Festakt vom Posaunenchor Gerolzhofen unter Leitung von Fritz Albert. Obwohl das Wetter „durchwachsen“ war, es regnete immer wieder, war die Feier auf dem Zabelstein gut besucht. Viele blieben zum Essen, schauten sich das Haus an, bestiegen den Aussichtsturm, sahen sich in der Burganlage um, hörten den Gerolzhöfer Jagdhornbläser zu, und nahmen an den Wanderungen mit Ulrich Mergner und Gerhard Schmitt teil, bei denen es um den Wald und um die Geschichte des Zabelsteins ging. |